Wie entsteht das Gedankengebäude eines unmündigen Befehlsempfängers und wie das eines Lebensunternehmers?

 

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Viele sprechen vom Hamsterrad. Schon unsere Eltern sind bzw. waren darin gefangen und haben dabei über viele Jahre eine ganz bestimmte Werte- und Erfahrungswelt aufgebaut. So ist es nicht verwunderlich, wenn unsere Eltern uns mehr oder weniger unbewußt wieder auf dieses Hamsterrad  vorbereiten, weil sie es einfach nicht anders kennen. Aber auch die Schule tut ihr übriges und bereitet uns darauf vor, ein funktionierendes Rädchen im System zu sein. Wir müssen brav lernen um später einen guten Job zu bekommen. Im Job sollen wir keine kritischen Fragen stellen und müssen die von oben befohlene Arbeit zuverlässig und präzise erledigen. Wenn wir das tun, wird es uns später gut gehen - wir werden materiellen Wohlstand haben und im Alter abgesichert sein. 

In dieser FAQ geht es nun darum, darüber nachzudenken, wie der Weg zum Hamsterrad verläuft und vor allem aber wie ein völlig neuer Weg aussieht, der Weg hin zum wirklich selbstbestimmten und selbstorganisierten Menschen. 

Erst einmal gilt es zu klären was ein Gedankengebäude ist. Grundsätzlich ist es ein vereinfachendes Sinnbild für unsere komplexe Gedankenwelt.

das gedankengebaeude aufbauen

All unsere Gedanken, Entscheidungen und Handlungen basieren letztendlich auf unseren grundlegenden Werten bzw. den Regeln die wir einhalten um diese Werte im tagtäglichen Leben zu leben.

Dabei sammeln wir Eindrücke und Erfahrungen, wenn wir über diese Eindrücke und Erfahrungen konstruktiv nachdenken gewinnen wir eigene Erkenntnisse. So baut sich unser Gedankengebäude auf - Stein für Stein bzw. Erfahrung um Erfahrung und Erkenntnis um Erkenntnis. 
Ich habe einmal gelesen, daß das Fundament für dieses Gedankengebäude in den ersten 7 Jahren unseres Lebens gelegt wird und das bis dahin auch unser Gehirn biologisch vollständig ausgebildet ist.

Das bedeutet die Eltern haben den mit weitem Abstand (zu der Erzieherin im Kindergarten, der Lehrkraft in der Schule, ...) größten Einfluss auf dieses Fundament, auf dem letztendlich das spätere Denken, Entscheiden und Handeln des betreffenden Menschen basiert. Wie bei einem stabilen Haus, bei dem die Grundmauer auf ein gutes Fundament gebaut werden muß, so muß auch unser Gedankengebäude auf eine feste Basis gestellt werden. Diese Basis sind neben den natürlichen Anlagen auch die von den Eltern anerzogenen Werte.

Im Grunde geht es bei der Erziehung darum, Werte zu vermitteln bzw. Regeln aufzustellen, die es dem Kind ermöglichen, diese Werte zu leben. Immer, wenn die entsprechenden Regeln eingehalten werden, wird das Kind von seinen Eltern gelobt und erhält positive Rückmeldungen, falls nicht erfolgt Kritik und negative Rückmeldungen.

die Entstehung unseres Gedankengebäudes 

Wenn man das Ergebnis verstehen will, dann sollte man sich den Weg anschauen, der zeigt wie es geworden ist. Es werden nun grob die Wege beschrieben, die zum Lebensunternehmer (mündiger Netzwerker) bzw. zum unmündigen Befehlsempfänger führen.

Erziehung zum Lebensunternehmer ...

freiheit lassen eigenverantwortung einfordern

Kerngedanken dieser Erziehung: Die Eltern folgen so weit es geht dem Willen des Kindes, damit es möglichst selbstbestimmt und selbstorganisiert handeln und so möglichst vielfältige Erfahrungen sammeln kann. Diese vielfältigen Erfahrungen sind deshalb so wertvoll, weil das Kind in den ersten 7 Jahren seines Lebens, vieles zum ersten Mal erfährt und deshalb besonders tief schöpft. Das Gehirn des Kindes ist in den ersten Jahren seines Lebens im übertragenen Sinne wie ein trockener Schwamm, der ins Wasser gelegt wird.

Halten es die Eltern für wertvoll, daß ihr Kind später einmal selbstbestimmt und selbstorganisiert leben kann, so werden sie ihm entsprechende Regeln beibringen, mit denen es diese Werte tagtäglich leben kann.

Selbstbestimmt leben heisst übrigens selbst denken, seiner eigenen Wahrnehmung vertrauen, also selbst urteilen und vor allem aus sich selbst heraus (ohne Druck und (Geld-)Zwang von aussen) das für sinnvoll Erkannte tun können. Wer selbstorganisiert lebt, der weiß was er wann zu tun hat und ist auch in der Lage, mit anderen zu kooperieren, um so ähnliche oder gleiche Ziele zu erreichen.
Ein praktisches Beispiel für so einen selbstbestimmten und selbstorganisierten Menschen war Henry Dunant, der wie viele Millionen seiner Mitmenschen auch, das große Leid auf den vielen Schlachtfeldern sah, sich aber im Gegensatz zu seinen wegschauenden Mitmenschen, ganz aus sich selbst heraus eine Lösung überlegte, um dieses Leid zu lindern. Durch seinen Mut und seine Tatkraft, die er über viele Jahrzehnte beharrlich in seine Lösung investierte, entstand im Laufe vieler Jahrzehnte, daß was wir heute als "Rotes Kreuz" kennen.

Eltern, die möchten daß ihr Kind das auch kann (aus sich selbst heraus, das für sinnvoll erkannte tun), werden deshalb den natürlichen Tatendrang ihres Kindes, möglichst viel selber zu machen, bestmöglich fördern. Sie werden ihr Kind ermutigen, wenn es einmal etwas nicht kann. Sie werden ihrem Kind im Laufe der Jahre zeigen, daß jeder Mensch in einem bestimmten Bereich großartiges leisten kann - sie werden ihrem Kind bestmöglich dabei helfen, sein Wesen zu entfalten.

Auch werden diese Eltern dem ebenfalls bereits natürlich vorhandenen Selbstorganisations-Willen des Kindes folgen und es selbst entscheiden lassen, worauf es momentan Lust hat. Sie werden ihrem Kind deshalb viel erlauben, so daß es möglichst viele Erfahrungen sammeln kann und ihm dabei helfen über diese Erfahrungen konstruktiv nachzudenken, indem sie seine Fragen beantworten und ihre Erfahrungen mit dem Kind teilen.

Natürlich muss das Kind bestimmte Regeln einhalten, das wird durch Lob und Kritik, vor allem aber durch eigenes Vorleben dieser Regeln erreicht.

Eine besonders wichtige Regel ist dabei: "Was du nicht willst, was man dir tu, das füg auch keinem anderen zu". Wir versuchen alles aus dieser Perspektive zu erklären. Also, beispielsweise wenn unser Franz eine Katze haut, dann sagen wir ihm, ob ihm das gefallen würde, wenn die Katze ihn einfach so, kratzen würde oder wenn er uns ins Wort fällt, fallen wir ihm in's Wort und sagen, nach dem er sich darüber beschwert hat: "Siehst du, so geht es auch uns, wenn du uns nicht zu Ende reden lässt".

Eine andere wichtige Geschichte ist es, die Kinder zur Eigenverantwortung zu erziehen. Alles was unser Franz macht, muss er soweit das geht, auch selbst wieder in Ordnung bringen. Wenn er beispielsweise etwas umschüttet, wird ihm der Lappen zum Aufwischen in die Hand gedrückt. 
Wir geben ihm erst mal eine kleine Portion zum Essen und fassen dann nach, wenn er noch Hunger hat, anstatt das was er nicht gegessen hat, in den Bioabfall zu kippen. Wenn er die Tür offen oder das Licht brennen lässt, dann holen wir ihn, um die Türe zu schließen oder das Licht auszuschalten. Wir erklären ihm dann, daß Energie sparen, die Umwelt schont und wir durch das eingesparte Geld mehr Zeit für ihn und uns haben.

Die so erzogenen Kinder, werden auf den genannten Wegen, die Eindrücke, Erfahrungen und Erkenntnisse sammeln, die es braucht um später einmal selbstbestimmt und selbstorganisiert leben zu können.

Besonders wichtig sind dabei die Erkenntnisse, da diese Orientierung beim Nachdenken geben. Damit die Erkenntnisse möglichst wertvoll sind, haben die Eltern ihr Kind darin unterstützt, selbst und konstruktiv über seine Eindrücke und Erfahrungen nachzudenken. Eltern die dieses konstruktive Nachdenken fördern, ermöglichen es übrigens, daß ihr Kind flexibel denken lernt, anstatt sich später in starren Glaubenssätzen zu verfangen. Dazu aber später im nächsten Abschnitt "Erziehung zum unmündigen Befehlsempfänger ..." mehr.
Man kann ganz klar erkennen, bei dieser Art der Erziehung lassen sich die Mutter und der Vater bestmöglich auf den Willen des Kindes ein. Das ist wie wir (meine Frau und ich) aus eigener Erfahrung nur bestätigen können nicht immer einfach und natürlich auch nicht immer möglich. Aber der ernsthafte Wille das Kind so zu erziehen, daß es später einmal selbstbestimmt und selbstorganisiert leben kann und zu einem Lebensunternehmer wird, zählt.

Erziehung zum unmündigen Befehlsempfänger ...

unmuendiger befehlsempfaenger

Kerngedanken dieser Erziehung: Das Kind muss so weit es geht den Willen der Eltern befolgen. So hat es nur wenig Möglichkeiten selbstbestimmt und selbstorganisiert zu handeln und kann nur wenig Erfahrungen sammeln und das in einer Zeit wo es das Fundament für sein späteres Denken und Handeln legt.

Halten es die Eltern für wertvoll, daß ihr Kind später einmal gehorsam und pflichtbewußt ist und sich problemlos in Gruppen (Hierarchien) einordnet, so werden sie ihrem Kind entsprechende Regeln beibringen, damit es diese Werte tagtäglich leben kann. Sie werden deshalb, den natürlichen Tatendrang ihres Kindes, möglichst viel selber zu machen, so gut es geht unterdrücken. Sie werden ihr Kind darauf Hinweisen, daß es unfähig ist, wenn es einmal etwas nicht kann (die vielen "das kannst du nicht"-Hinweise). Sie werden ihrem Kind im Laufe der Jahre zeigen, daß jeder Mensch sich dem Willen der (hierarchisch gesteuerten) Gemeinschaft unterordnen muß und sich letztendlich seinem Schicksal fügen muss - sie werden den Willen des Kindes brechen, so daß es sein wahres Wesen nicht entfalten kann, ja gar nicht auf die Idee kommt, daß es ein eigenes Wesen haben könnte.

Auch werden diese Eltern dem ebenfalls bereits von Natur aus vorhandenen Selbstorganisations-Willen des Kindes entgegenwirken und es so gut es geht gängeln, zeitlich genau vorgeben, was wann gemacht wird und es durch Lob und Strafe so steuern, daß es den Vorgaben der Eltern entsprechend handelt. Sie werden ihrem Kind deshalb möglichst viel verbieten, so daß sie möglichst wenig Aufwand haben und sich möglichst wenig auf das individuelle Wesen des Kindes einlassen müssen, denn das würde sie völlig überfordern. Damit das Kind nicht zuviel Fragen stellt, werden sie es so oft es geht passiv beschäftigen, beispielsweise indem sie es vor den Fernseher setzen. Das sind die Gründe, warum dieses Kind nur wenig unterschiedliche Erfahrungen sammeln kann und nicht konstruktiv über diese wenigen Erfahrungen nachdenkt, ja gar nicht nachdenken kann, weil seine Eltern, die vielen Fragen nicht beantworten können und/oder wollen und auch selbst nur wenig unterschiedliche Erfahrungen haben, die sie ihrem Kind mitteilen könnten.

Dieses Kind wird auf dem genannten Wege, die Eindrücke, Erfahrungen und Erkenntnisse sammeln, die es braucht um gehorsam und pflichtbewußt leben zu können und sich problemlos in Gruppen (Hierarchien) einzufügen. Bei den Erkenntnissen dieses Kindes handelt es sich aber nicht um eigene konstruktive Gedanken zu den jeweiligen Erfahrungen, sondern um Glaubenssätze, die den Kindern von ihren Eltern durch ständige Wiederholung und Vorbeten eingeimpft wurden. 

Beispiele für solche Glaubenssätze sind: 

  • Kümmere dich auf keinen Fall um die Angelegenheiten anderer, halte dich aus allem heraus, so kannst du dir viel Ärger sparen - es ist das beste für dich
  • Stelle keine kritischen Fragen und erledige die von oben befohlene Arbeit zuverlässig und präzise und du wirst materiellen Wohlstand haben 
  • Frage nicht nach den Inhalten, die du lernst, sondern betrachte das Lernen als Wegbereiter für eine sichere und gute Verdienstquelle - diese findest du vor allem als Angestellter bei einer Bank, als Beamter bzw. Angestellter beim Staat oder als Angestellter in einem Konzern
  • Der Mensch ist von Natur aus faul und kann nur durch Druck und Zwang dazu bewegt werden, Leistung zu erbringen - deshalb erziehen wir dich zu Gehorsam und Pflichtbewußtsein
  • nur wenige, auserwählte Menschen sind zu großartigen Leistungen fähig - du gehörst, wie wir auch, nicht dazu, also füge dich in dein Schicksal (möglicher Hintergrund: warum soll das Kind mehr sein, als seine Eltern ...)
  • Die Menschheit muß durch Kriege und Hungersnöte geläutert und in ihrem Bestand kontrolliert werden - dies ist ein Naturgesetz
  • Es gibt ein Weiterleben nach dem Tod, das Diesseits ist nur eine Durchgangsstation, während im Jenseits das ewige Leben wartet. Die guten dürfen im Paradies weiterleben, die schlechten (nicht gehorsamen, nicht pflichtbewussten, ...) werden in der Hölle schmoren
  • ...

Diese (fast in Stein gemeisselten) Glaubensätze bilden später das Fundament für das Denken und Handeln des betreffenden Menschen. Wegen dieser Glaubensätze, die auf keinen Fall hinterfragt werden dürfen, können die Menschen später nicht frei denken. Diese Glaubensätze wirken wie unsichtbare Grenzen für die Gedanken dieser Menschen - halt so darfst du nicht denken, stop das geht gar nicht, da wird dir was Übles zustossen sind Quergedanken, die diesem Menschen bei geringen Abweichungen von der Norm durch den Kopf schiessen. Dieses Denken in Glaubenssätzen ist wirklich eine sprudelnde Quelle für eigentlich unnötige Ängste und Zweifel und diese wiederum haben große Macht über uns.

Bei vielen Menschen wird das Gedankengebäude im übertragenen Sinne durch ihre Glaubenssätze aufrecht erhalten - diese Glaubenssätze sind also das Fundament ihres Gedankengebäudes. Wenn man diesen Menschen ihre Glaubenssätze nimmt, dann stürzt ihr Gedankengebäude ein und sie müssen alles mit sehr großem Aufwand neu aufbauen. Der Aufwand ist deshalb so groß, weil dieses Fundament wegen der vielen Glaubensätze und der damit zusammenhängenden Selbstlügen und Illusionen quasi auf Sand gebaut wurde.

Diese Glaubensätze geben ihnen Sicherheit in ihrem alltäglichen Leben. Diese Glaubenssätze sorgen für ihre harten "ja" oder "nein"-Urteile obwohl es rein logisch und wenn man es zulässt auch leicht nachvollziehbar, immer auch Zwischenstufen gibt. Diese harten Urteile halten sie auch in ihrem Denkgefängnis, denn sie wissen das ihre (gleichgeschalteten) Mitmenschen genauso hart urteilen wie sie selbst.

Alle Gedanken anderer Menschen, die diese Glaubenssätze und die damit verbundenen Gewohnheiten und Verhaltensweisen in Zweifel stellen werden kategorisch abgelehnt und ausgeblendet. Das vereinfacht diesen Menschen ihr Leben, während es gleichzeitig vielen ihrer Mitmenschen das Leben entsprechend erschwert, vor allem aber können Menschen die sich von ihren Glaubenssätzen geistig fesseln lassen, sich niemals von der alten gerade zerbrechenden Welt aus eigenem Willen heraus lösen. Es gibt aber Ereignisse, die die Kraft haben, Menschen aus dem eben beschriebenen Denkgefängnis zu befreien, es sind die Staatsbankrotte bzw. Währungsreformen und die damit einhergehenden wirtschaftlichen Depressionen.

Man kann bei der Erziehung eines Menschen zum Befehlsempfänger ganz klar erkennen, hier muss sich das Kind dem Willen der Mutter und des Vater's so weit es nur geht unterordnen. Diese Eltern möchten möglichst viel Einfluss und Kontrolle über ihr Kind haben und erziehen es deshalb zum unmündigen Befehlsempfänger, der später nicht wirklich selbstbestimmt denken und handeln kann und sich natürlich auch nicht (mit anderen) selbst organisieren kann. Viele Kinder, die so erzogen wurden, möchten später auch möglichst viel Macht und Kontrolle auf andere Menschen ausüben. Im kleineren Kreis auf ihre Ehepartner und Kinder, im größeren Kreis auf ihre Arbeitskollegen und Mitbürger.
Diese Art der Erziehung ist natürlich auch sehr schwer, weil man das Kind gegen seine eigentliche Natur erziehen muss. Auch später hat das schwerwiegende Folgen, denn das Kind muß seinem anerzogenen Drang zufolge, immer gegen seine eigentliche Natur ankämpfen (gehorchen und seine Pflicht erfüllen). Es hindert sich im Grunde selbst daran, sein natürliches Wesen vollständig auszuleben.

die weitere Entwicklung des Gedankengebäudes

So ein Gedankengebäude eines erwachsenen Menschen entsteht nicht von heute auf morgen, sondern daran bauen wir jahrzehntelang. Unser Gedankengebäude wird also durch weitere Werte, Regeln, Erfahrungen und Erkenntnisse weitergebaut.

Besonders prägende Stationen sind die Schule und natürlich die Berufsausbildung bzw. das Studium. Wie bei einem Haus werden hier die Grundmauern für das Gedankengebäude des Menschen auf das bestehende Fundament gebaut. Nicht Stein für Stein, aber Erfahrung für Erfahrung bzw. je nach Denkfreudigkeit des Menschen Erkenntnis um Erkenntnis. Diese Erkenntnisse gewinnt der betreffende Mensch übrigens in dem er hoffentlich konstruktiv über die Erfahrungen, die er gemacht hat, nachdenkt, anstatt sich von nicht kritisch geprüften Glaubenssätzen leiten zu lassen. Diese Glaubenssätze sind quasi die in der Kindheit und Jugendzeit eingemeisselten Denkstrukturen, die dieser Mensch, in den jeweiligen Situationen, immer wieder in gleicher Weise anwendet - so wie ein Computer, die Befehle seines Programmierers ausführt.

Wer das alles nicht glaubt, der kann entsprechende Experimente im Alltag machen, indem er völlig gegen die Norm (= Glaubenssätze) handelt. Er wird völlig ratlose Menschen vorfinden, die mit den jeweiligen Aktionen und Reaktionen nichts anfangen können, weil sie einfach nicht in ihre vorgefertigten Denkstrukturen (= Glaubenssätze) passen. Anstatt das diese Menschen fragen, darüber nachdenken, wieder fragen, und schließlich erkennen, reagieren sie zuerst ratlos und dann folgt die übliche Methode (Reaktionsfunktion xy): zuerst ignorieren (ablehnen) und wenn das nichts nützt lächerlich machen u. schließlich bekämpfen. Das alles läuft übrigens automatisch ab, ohne daß die betroffenen Menschen, sich dessen wirklich bewußt sind - sie machen es einfach.

Fazit:

Wir Eltern haben also einen großen Einfluss auf die Erziehung unserer Kinder, viel größer als beispielsweise die Lehrkräfte in der Schule oder der Meister bei der Berufsausbildung.

Natürlich haben auch die Schule, die Berufsausbildung usw. einen Einfluss auf die weitere Entwicklung eines Menschen, aber nicht mehr so gewaltig und prägend wie die der ersten 7 Jahre. In dieser Zeit schöpft das Kind am tiefsten, weil es die wichtigen Dinge des Lebens zum ersten Mal erfährt.

Etwa wenn das Baby seine Mutter zum ersten Mal lachen oder weinen sieht, wenn es zum ersten Mal bewusst seinem Vater begegnet, eine Biene oder ein Blume erblickt, all das gräbt sich tief in die noch nahezu unberührte Erfahrungs- und Gefühlswelt des kleinen Menschen ein.

Grundsätzlich möchte jedes Kind möglichst viele positive Gefühle erfahren, es möchte sich wohlfühlen. Die positiven Gefühle werden durch das die wohlwollende Zustimmung der Eltern erzeugt, die negativen durch deren Kritik. Deshalb werden Kinder automatisch das für wertvoll empfinden was ihre Eltern als wertvoll empfinden bzw. ihren Kindern Tag für Tag vorleben.

Das, was die Eltern ihren Kindern vorleben, hat einen sehr großen Einfluß auf deren späteres Denken, Entscheiden und Handeln.

Wäre es nicht sinnvoll, zu schauen, wie es die Natur, die auch uns schuf, mit der Erziehung meint. Warum sind Menschen von Natur aus selbstbestimmt und selbstorganisiert ? Welche Vorteile hat das für uns Menschen ? Warum müssen wir immer rumbasteln ? Ein praktisches Beispiel sind die schönen, natürlichen Sträucher, die mühsam mit viel Zeit- und Energieaufwand zu Kugeln, Kegeln und sonstigen geometrischen Formen hingeschnitten werden. Ein weiteres Beispiel sind die nur eingeschränkt lebensfähigen Zuchthunde, etwa der Bassethund, dessen Wirbelsäule durchhängt und der wegen seiner riesigen Ohrlappen sehr schlecht hört, der Boxer, dessen Nase verkrüppelt ist oder der chinesische Nackthund, der dauernd friert.
Warum können wir die Geschöpfe sich nicht so entwickeln lassen, wie die Natur sie schuf ?

Es ist relativ einfach unsere Persönlichkeit im freien Fluss des Lebens weiterzuentwickeln. Es ist dagegen sehr schwer, die Gewohnheiten u. Verhaltensweisen zu verlernen, die uns mühsam anerzogenen wurden, damit wir uns so verhalten, wie wir es eigentlich von Natur aus nicht tun würden oder wie Goethe es formulierte: "Die Geister, die ich rief, werde ich nun nicht mehr los".

sich selbst fortlaufend weiterentwickeln

Was möglich wäre, wenn wir viele wirklich selbstbestimmte und selbstorganisierte Menschen hätten, zeigt übrigens der Artikel "Warum kann meine Vision und die dahinterstehenden Konzepte nur als Ganzes realisiert werden ?".

Nur soviel im voraus: Diese wirklich selbstbestimmten und selbstorganisierten Menschen wären im Rahmen entsprechender Systeme und Regeln in der Lage Probleme frühzeitig zu erkennen und in geeigneter Weise gegenzusteuern, bevor sie sich zu mächtigen, schier unlösbaren Problemen auftürmen können und möglicherweise Katastrophen zur Folge haben. Diese wirklich selbstbestimmten und selbstorganisierten Menschen könnten hochentwickelten Systemen, wie der Demokratie und der Marktwirtschaft ihren wahren Sinn verleihen.
Was ich damit meine, kann jeder verstehen, der achtsam durchs Leben geht und sieht vor welchen gewaltigen Herausforderungen wir eigentlich als Einzelner und als Gesellschaft stehen (Massenarbeitslosigkeit, riesige Staatsschulden, eine auf Pump finanzierte Exportindustrie, riesige Steuerlasten, ...) und wie sich viele angesichts der Probleme im tagtäglichen Leben verhalten. 

 

 

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Kommentare

Guten Abend,

naja, ganz so ist das mit den harten Urteilen nicht, nach meiner Erfahrung ist eher eine grosse Gleichgültigkeit gegenüber anderen festzustellen, solange es nicht die eigenen Interessen und Bereiche berührt.
Das mit der Erziehung ist klar - die Eltern geben das weiter, was sie haben, und wenn sie nun mal erfahren haben, dass es besser ist, sich weitestgehend anzupassen, als immer gegen den Strom zu schwimmen, kann man es ihnen nicht verdenken, dass sie ihren Kindern das eben beibringen wollen.
Vorkämpfer haben es doch immer schwer: die ersten Paare, die ohne Trauschein zusammenlebten, wurden schief angeschaut, beschimpft oder sonstwas, heut ist das schon die Regel und keiner denkt sich was dabei. Und sind wir mal ehrlich: jeder ist froh, wenn er kein Vorkämpfer sein muss und die ganzen Prügel einstecken muss (im übertragenen Sinne) dafür, dass es die anderen hinterher einfacher haben!

Schönen Abend S.

Bild von Martin Glogger

... diesmal ist es anders!

Es stehen große Änderungen an - zwingend. Nur ein Umdenken, wird uns eine gute Zukunft ermöglichen und umdenken bedeutet, daß man die eigenen Gewohnheiten und Verhaltensweise neu ausrichten muss.

Es fällt zwar leichter wenn es alle tun, aber weil es letztendlich harte Arbeit an sich selbst ist, ist man doch mehr oder weniger auf sich gestellt.

Also dieses Mal wird es nichts mit abwarten und in die vorgebauten Nester springen ;-)

Vielmehr werden viele, die vom heutigen System scheinbar profitieren, aus ihrem warmen Nest auf den Boden der Tatsachen fliegen ...

Tu was du liebst und setze dich aktiv für eine freie und gerechte Gesellschaft ein, in der jeder sein Bestes geben kann und will!
 

Stimme vielem in diesem Artikel zu, aber nicht dem Konzept von "Lob und Tadel", denn das wirkt zerstörerisch. Siehe dazu http://www.scribd.com/doc/53271586/Lob-und-Tadel-die-Selbstvertrauen-zer...

ps in der Psychologie gilt die Persönlichkeit eines Kindes als 'fertig angelegt', wenn es ca. 4 Jahre alt ist. Danach kommen nur noch Erfahrungen hinzu.

Bild von Martin Glogger

Hallo Hannelore,

ich habe mich sehr über deinen Kommentar gefreut :-)

Der genannte Artikel hat es in sich.
Folgende Inhalte sind mir im Gedächtnis geblieben:

Ein Kind, das noch nicht sprechen kann, ist sehr gut in der Lage, seine Bedürfnisse klar zu machen, und es ist sinnlos, ihm etwas anzubieten, was es nicht braucht; schließlich ist das Ziel der kindlichen Aktivitäten die Entwicklung von Selbstvertrauen. Bietet man ihm entweder mehr oder weniger Unterstützung an als es braucht, so wird dieses Ziel leicht vereitelt. Fürsorge wird, ebenso wie Unterstützung, nur auf Verlangen gewährt. 

ja, das kann ich aus eigenen Beobachtungen nur bestätigen

Von einer älteren Person herausgeführt oder geleitet zu werden, bedeutet Einmischung in die Entwicklung des Kindes, da dieses hierdurch von seinem natürlichen, wirksamsten Weg fortgeführt wird zu einem, der dies in geringerem Maße ist.

... und genau das ist auch das oberste Prinzip der vom Staat gewünschten Erziehung. Der Staat bzw. die Regierung und ihre Institutionen sind dazu da, um Menschen dazu zu bringen, Dinge zu tun, die sie, wenn sie sich natürlich entwickeln dürften, niemals tun würden.

Deshalb haben wir beispielsweise so viele Menschen, die sich wegen völlig sinnloser Konsumartikel, ohne mit der Wimper zu zucken, ins Unglück stürzen, indem sie Kredite aufnehmen und sich damit zu den Schuldsklaven der Banken bzw. ihren Nutznießer machen.

Die gängigen Mittel von Lob und Tadel sind absolut zerstörerisch gegenüber den Motiven von Kindern, besonders der kleinsten. Wenn das Kind etwas Nützliches tut, wie sich selbst anziehenoder den Hund füttern, ein Sträußchen Feldblumen hereinbringen oder aus einem Tonklumpen einen Aschenbecher machen, so kann nichts entmutigender sein als ein Ausdruck der Überraschung darüber, dass es sich sozial verhalten hat.
Selbst, wenn wir einsehen, dass Lob und Tadel zerstörerisch wirken, weil sie manipulativ sind (auch zwischen Erwachsenen), wir wissen nicht, wie wir ohne auskommen könnten. Es steht uns keine Handlungsalternative zur Verfügung.

Die einzige Alternative die mir spontan zum Lob einfällt ist die, daß wir uns einfach deutlich sichtbar freuen und Hilfe bei Bedarf geben. Wenn etwa wie du als Beispiel aufgeführt hast, das Kind sich selbst anzieht, dann sage ich in Zukunft nicht mehr, das hast du gut gemacht, sondern schaue einfach mit einem freundlichen (zustimmenden) Gesicht zu, wie sich unser Franz anzieht und gebe ihm natürlich Hilfe bei Bedarf. Beim nächsten Mal mache ich einfach alles so, wie ich es sonst auch mache, reagiere aber sofort, wenn er sich selbst anziehen will, in der vorher beschriebenen Weise :-) Wäre das die Alternative zum Lob ?

Tu was du liebst und setze dich aktiv für eine freie und gerechte Gesellschaft ein, in der jeder sein Bestes geben kann und will!
 

Hallo zusammen,

natürlich ist Lob und Tadel manipulativ, aber letztendlich soll es doch so sein.
Wie kann ich einem Kind zum Beispiel Werte vermitteln, wenn ich sie ihm
nicht vorlebe und es Zustimmung und damit weitere Ermunterung zum Tun von mir bekommt, wenn es die Werte dann tatsächlich auch lebt ?

Ich finde, man muß unterscheiden zwischen Lob, weil das Kind was macht,
was den Eltern gefällt, und Lob, weil es etwas macht, das dem Kind
selbst was bringt bzw. wenn es etwas gemacht hat, was es sich anfänglich
nicht zugetraut hat. Oder generell Lob für Eigeninitiative, Lob, wenn es Herausforderungen annimmt (altersgemäß natürlich).
Lob und Tadel jedoch in Zusammenhang mit elterlicher Zuneigung und damit quasi als Erpressung zu verwenden, ist natürlich das Schlechteste.

Grüsse von Waltraud

Bild von Martin Glogger

 

Das ist der richtige Ansatz :-) Ja, das macht den Unterschied. Will ich das mein Kind, das macht, was mir gefällt oder das was seinem Wohl bestmöglich dient ? Bin ich in der Lage mich in die Welt meines Kindes zu begeben oder bin ich in meiner eigenen Welt gefangen?

Eltern, bei denen letzteres der Fall ist, müssten erst einmal mühsam an sich arbeiten, damit
sie eben auch die kindliche Welt verstehen lernen, da sie nur so in der Lage sind, bestmöglich zum Wohl des Kindes beizutragen.

Zum Wohl meines Kindes kann ich grundsätzlich am besten beitragen, wenn ich mich dem Willen des Kindes unterordne und es bestmöglich in seinem Tun unterstütze und es auf kindlich verständlicher Ebene an meinen Erfahrungen und Erkenntnissen teilhaben lasse .... - oder nicht ?

Dann geht es natürlich noch darum, wie signalisiere ich meinem Kind daß es zu seinem Wohl handelt. Zeige ich es durch eine freundliche, zustimmende Mimik und Gestik oder sage ich das hast du aber gut gemacht und/oder erkläre ich es ihm zusätzlich warum es bestmöglich zu seinem Wohl gehandelt hat ...

Ja, ein Kind so zu erziehen, daß es sein Leben so bestimmen und organisieren kann, daß es seinem Wohl bestmöglich dient, ist wahrlich eine schwierige Aufgabe.

Nicht zuletzt sollten wir Menschen ja unser Leben auch auf dem Fundament der Wahrheit, statt der Glaubensätze, Selbstügen und Illusionen aufbauen - denn sonst können wir später der direkten Demokratie und der freien Marktwirtschaft nicht ihren wahren Sinn verleihen.

Wir sollten als Gesellschaft, alle Eltern bestmöglich auf diesem Weg unterstützen!

Tu was du liebst und setze dich aktiv für eine freie und gerechte Gesellschaft ein, in der jeder sein Bestes geben kann und will!
 

"Zum Wohl meines Kindes kann ich grundsätzlich am besten beitragen, wenn ich mich dem Willen des Kindes unterordne und es bestmöglich in seinem Tun unterstütze und es auf kindlich verständlicher Ebene an meinen Erfahrungen und Erkenntnissen teilhaben lasse .... - oder nicht ?"

Eher "oder nicht". Wenn du dich deinem Kind unterordnest (was du nicht machen wirst, weil es nicht geht), dann bist du kein Partner, den das Kind ernst nimmt.

Ein Kind nimmt automatisch am Leben seiner Umgebung teil, wenn man es nicht ausschließt. Kinder werden aber ausgeschlossen, z.B. werden sie ins Bett geschickt, damit die Eltern "unter sich" sein können.

In Kulturen, die keine "Erziehung zu etwas" kennen und auch keinen Gehorsam von ihren Kindern erwarten, sondern Kooperation, sind die Kinder stets präsent. Sie müssen weder alleine schlafen noch alleine (ohne andere Kinder) spielen. Solche Kinder lernen Vertrauen und kooperieren von ganz alleine.

"Dann geht es natürlich noch darum, wie signalisiere ich meinem Kind daß es zu seinem Wohl handelt."

Kinder sind keine Selbstmordkandidaten und handeln - wie gesunde Erwachsene auch - immer zu ihrem Wohl. Menschen treffen Entscheidungen nie mit dem Verstand, sondern aus dem Gefühl heraus, und die Gefühle entsprechen ihren Wünschen/Bedürfnissen.

Um beim Kind Selbstbestimmung zu gewährleisten, darf man es überhaupt nicht "zu etwas erziehen". Sonst wird sich das Kind immer fremdbestimmt verhalten.

Dazu der Volltext (worin der Teil über Lob und Tadel enthalten ist): http://www.scribd.com/doc/53304698/Selbstbestimmte-Kinder-in-Indigenen-G...
Der Text ist ein Gespräch zwischen dem Vater einer kleinen Tochter und mir.

Für mich sind deine Fragestellungen sehr wertvoll, Martin. Sie zwingen mich Antworten zu finden, auf die ich ohne die Frage nicht käme.

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Eher "oder nicht". Wenn du dich deinem Kind unterordnest (was du nicht machen wirst, weil es nicht geht), dann bist du kein Partner, den das Kind ernst nimmt.

da haben wir uns glaube ich mißverstanden ...

... also ich bin von Natur aus schon keiner der sich anderen einfach so unterordnet, wie du unschwer an meinen Inhalten erkennen kannst, aber ich meine damit, daß ich mein Kind tun lasse, wozu es gerade Lust hat, es sei denn es verputzt die Wand mit Pudding, badet die Elektro-Uhr oder sonstige Dinge mehr ...

In Kulturen, die keine "Erziehung zu etwas" kennen und auch keinen Gehorsam von ihren Kindern erwarten, sondern Kooperation, sind die Kinder stets präsent. Sie müssen weder alleine schlafen noch alleine (ohne andere Kinder) spielen. Solche Kinder lernen Vertrauen und kooperieren von ganz alleine.

eine sehr, sehr interessante Einsicht

Um beim Kind Selbstbestimmung zu gewährleisten, darf man es überhaupt nicht "zu etwas erziehen". Sonst wird sich das Kind immer fremdbestimmt verhalten.

Wie nennst du dann das Verbot, den Pudding an die Wand zu werfen oder die Elektro-Uhr zu baden ? Ist das nicht auch Erziehung ?

Für mich sind deine Fragestellungen sehr wertvoll, Martin. Sie zwingen mich Antworten zu finden, auf die ich ohne die Frage nicht käme.

Das hat mich sehr gefreut u. ich hoffe daß es anderen Lesern auch so geht - es ist nämlich der wesentliche Sinn des Ganzen :-)

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eine Frage hätt ich zu dieser insgesamt sehr interessanten Diskussion aber noch:

wie soll ich die kindliche welt denn verstehen lernen ? Ich als Erwachsener, der ja schon viele Erfahrungen, Routinen und sowas drin hat - wie soll ich mich von all dem ich sag mal freimachen und mich auf Kindsebene bewegen ?

Hmm - ich gehe mal davon aus, dass du ein Mann bist. Wenn du dich auf Kindesebene bewegen willst, dann könntest du dir mit Kumpels ein Fußballspiel anschauen oder mit deiner Frau/Freundin eine Schneeball- oder Kissenschlacht veranstalten.

Das ist nicht schwer, weil du die kindliche Ebene ja bereits verstehst, denn du warst selbst mal ein Kind.

Wenn du mit deiner Frage meinst, wie du jemand anderen verstehen lernen kannst, ein Kind zum Beispiel, dann machst du es wie immer: Die Person beobachten, mit ihr plaudern, zuhören, einen Spaziergang machen. Das was Leute halt so bei einer neuen Bekanntschaft tun, um sich besser kennenzulernen.
Und du verhältst dich erwachsen dabei, denn du bist ein Erwachsener - das sieht jedes Kind.

Wenn du versuchst dich "kindgemäß" zu verhalten, dann spielst du eine Rolle, du machst dir und andern etwas vor. Ist für alle Beteiligten verwirrend und krampfig. Und du wirst nicht ernst genommen.

Kinder imitieren Erwachsene, nicht umgekehrt.

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wie soll ich die kindliche welt denn verstehen lernen ?

... eine sehr wichtige Frage ist das und die Frage ist genauso wichtig, wie die Schwierigkeit sie zu beantworten ...

Die erste Frage ist: Wie denkt ein Kind ?

Grundsätzlich sind Kinder kooperativ, sie handeln selbstbestimmt und selbstorganisiert. Kinder lernen aus Interesse und der Erkenntnis wegen und sie sind sehr, sehr ehrlich. In ihrem Denken überwiegt der Intellekt, also der Verstand, denn diesen gilt es durch möglichst vielfältige Erfahrungen zu schärfen. 
Auch scheinen kleine Kinder mit den Händen zu denken, sie müssen alles anfassen, sie müssen die Welt wohl erst noch begreifen (steckt im Wort :-) - sie tasten sich spielerisch an alles heran, sie sind überhaupt nicht festgelegt, jetzt dies, im nächsten Moment das. Unser Franz (gut 2 Jahre alt) weint beispielsweise, sobald er aber einen entsprechenden Reiz bekommt (zur Zeit das Wort Schlüsselbein) fängt er an zu lachen und alles ist wieder gut :-) 

Die zweite Frage ist: Kann ich das auch oder hindert mich etwas daran ?

Falls mich etwas daran hindert, so muss ich hinterfragen, was das ist. Sind es die Glaubenssätze, die mir meine Eltern (vielleicht auch die Erzieherin, die Lehrkräfte, ...) als Kind und Jugendlicher beigebracht haben ? ...

Ist es nicht so das viele von uns, ihr wahres Wesen zeit ihres Lebens unterdrücken müssen, damit wir anderen gefallen, damit wir nicht auffallen, damit wir die Ziele anderer verfolgen, anstatt unsere ganz eigenen Herzenswünsche ? Nur soviel: Wir können diesen Zugang wieder herstellen, wenn wir es wollen ...

Habe ich das kindliche Denken auf natürlichem Wege verlernt oder wurde es mir abererzogen ? Warum denken sehr viele Erwachsene ganz anders als ihre Kinder ? Warum sind Erwachsene auf Konkurrenz eingestellt (sie müssen sich ständig mit anderen vergleichen) während wir mit einer kooperativen Einstellung auf die Welt kommen ? Warum sind so viele Erwachsene immer in Sorge ( das eingeimpfte Sicherheitsbedürfnis) ? Warum handeln Erwachsene häufig nur noch fremdbestimmt, etwa durch den Geld- und Gruppenzwang ? Warum lernen Erwachsene nur noch, wenn es mehr Geld und schnellen Erfolg verspricht und sind sehr verschlossen und sehr vorsichtig in dem was sie sagen ?

und so weiter ...

Letztendlich ist unser Denken und Handeln größtenteils eine Mischung aus den grundsätzlichen Lebenseinstellungen unserer Eltern. Im Kern sollten wir also darüber nachdenken, wie unser Vater und unsere Mutter oder die Ersatzeltern gedacht haben, dann werden wir auch erfahren, wie unser Denken geworden ist.

War der Vater ein lebenslustiger Mensch, der keine Möglichkeit ausgelassen hat um Spass zu haben oder war er ein sehr nachdenklicher Mensch, war die Mutter sehr fürsorglich und aufopfernd oder hatte sie nur sich selbst im Kopf ? All das sind so Fragen, die wichtige Antworten liefern, wie unser ursprüngliches Wesen zudem Wesen wurde, das wir heute haben.

Tu was du liebst und setze dich aktiv für eine freie und gerechte Gesellschaft ein, in der jeder sein Bestes geben kann und will!
 

Hallo,

zu Ihrer Aussage

"Im Kern sollten wir also darüber nachdenken, wie unser Vater und unsere Mutter oder die Ersatzeltern gedacht haben, dann werden wir auch erfahren, wie unser Denken geworden ist."

wollte ich noch anmerken, daß dies zwar grundsätzlich zutrifft, aber meiner Meinung nach nicht ausschließlich so dargestellt werden kann. Das Kind kommt außer mit den Eltern noch mit vielen anderen Leuten in Kontakt, die einen mehr oder weniger großen Eindruck bei ihm hinterlassen.

Und selbst wenn unser Wesen nun so ist, wie uns unsere Eltern oder wer auch immer geprägt hat - welche Möglichkeit haben wir herauszufinden, wie wir ohne diese Prägung geworden wären ??? Wären wir dann besser oder schlechter dran ??

Beste Grüße

Klaus H.

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Deshalb, Klaus Herrmann, schrieb ich ja auch zusätzlich noch wie unsere Ersatzeltern gedacht haben. Das können Großeltern, Tante und Onkel aber auch Menschen ausserhalb der Familie sein, zu dem das Kind eine sehr enge Beziehung aufgebaut hat.

Dabei fällt mir gerade eine Erkenntnis von James Redfield ein, die er in seinem Buch "Die Prophezeiungen von Celestine" beschreibt. Herr Redfield war übrigens viele Jahre lang Jugend-Therapeut und erkannte dabei, daß wir letztendlich eine Mischung aus den Lebensgeschichten unserer Eltern sind.

Es geht darum, daß wir das, was wir am Leben unseres Vaters und unserer Mutter für verbesserungswürdig halten, im eigenen Leben tatsächlich besser machen. Beispielsweise wenn der Vater sich nicht um seinen Sohn gekümmert hat, so ist es die Hauptaufgabe des Sohnes, sich nun besonders um seinen Sohn zu kümmern. War die Mutter überängstlich und immer voller Sorge, so ist es nun die Aufgabe des Sohnes, ein weniger sorgenvolles Leben zu führen.

Die Eltern geben ihren Kindern quasi als Vermächtnis, die Verbesserung ihrer Lebenskonzepte mit auf den Lebensweg.

Ich finde das ist ein sehr interessanter Gedanke, den man aber weiter hinterfragen müsste. Die weitere Frage wäre, was ist wenn unsere Eltern keine oder minimale Defizite haben und einfach sehr harmonisch zusammenleben, dann gäbe es ja nichts zu verbessern. Was gilt in diesem Fall ?
Könnte es sein, das wir dann erst wirklich völlig frei, das ausleben können, was die Natur in uns als Anlagen hineingelegt hat ?

Tu was du liebst und setze dich aktiv für eine freie und gerechte Gesellschaft ein, in der jeder sein Bestes geben kann und will!
 
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Eine weitere interessante Frage wäre: Wie wirkt sich das auf die einzelnen ELtern und deren Kinder bezogene, auf die Generationen aus ?

... also beispielsweise waren viele Eltern sehr bequem und deshalb obrigkeitsgläubig und gleichgültig gegenüber den gesellschaftlichen Problemen, dann müsste ja eigentlich die Generation der Kinder dieser Eltern, sich diesen Problemen mutig und tatkräftig stellen ...

... hoffentlich bewahrheitet sich das :-)

Tu was du liebst und setze dich aktiv für eine freie und gerechte Gesellschaft ein, in der jeder sein Bestes geben kann und will!
 

@waltraud "natürlich ist Lob und Tadel manipulativ, aber letztendlich soll es doch so sein" - ich kann nicht glauben, dass du das meinst, Waltraud.

Ich lade dich ein, den Text über Lob und Tadel zu lesen. Ich glaube, dann erkennst du das Zerstörerische daran.

Hallo Hannelore,

mit manipulativ mein ich nicht, daß ich das Kind manipulieren will - obwohl ich es ja letztendlich auch mit dem Vorleben gewisser Verhaltensweisen
"manipuliere", weil es die ja dann nachmacht - siehe Deine eigene Aussage in einem Kommentar weiter oberhalb
---
Ein Kind nimmt automatisch am Leben seiner Umgebung teil, wenn man es nicht ausschließt.
---
Das Wort Manipulation hat einfach einen negativen Beigeschmack, auch wenn es absolut nicht so gemeint ist.

Ich habe den Text über Lob und Tadel gelesen und bin der Meinung, daß da zwar sehr viel wahres dran ist, wenn man es - wie eben in meinem vorigen Kommentar schon gesagt - dazu verwendet, um das Kind dahin zu bringen, wohin man selber es haben will. Aber ich kann irgendwie nicht verstehen,
was daran falsch sein soll, wenn ich ein Kind für etwas lobe, was es geschafft hat, ein Ziel erreicht, das es sich selbst gesetzt hat, unheimlich viel Mut und Ausdauer bewiesen hat, um etwas, was es sich vorgenommen hat, zu erreichen. Anerkennung tut gut, und über ein Lob freut sich auch ein Erwachsener - und als Erwachsener sollte man erkennen, ob das Lob ehrlich gemeint ist und uneigennützig rüberkommt oder nur berechnend ausgesprochen worden ist.

Abgesehen davon - (ebenfalls Zitat)
---
Es steht uns keine Handlungsalternative zur Verfügung.
---

Wenn dem schon so ist, muß man diese "Instrumente", sag ich jetzt mal, mit Gefühl, Verstand und dem besten Wohlwollen für das Kind einsetzen - der goldene Mittelweg hat sich bis jetzt immer als der beste erwiesen, und jegliches Extrem birgt Gefahren in sich.

Also ich kann nur sagen, ich hab selbst Kinder, und jedes gelobt und getadelt -
und sie haben trotzdem ihren eigenen Kopf, und den sollen sie auch haben.
Aber ungeachtet dessen: ich bin der Meinung, wenn dem Kind das jeweilige Lob bzw. Tadel erklärt, begründet werden, und das so gut und genau wie möglich, ist das Zerstörerische dieser "Erziehungsmethoden" entschärft.

Grüsse Waltraud

Die leichteste Übung, um die richtigen Worte zu finden, wenn ich mich über eine Leistung des Kindes freue und es nicht loben will, um es nicht zu manipulieren, ist es, sich eine ähnliche Situation mit einer erwachsenen befreundeten Person vorzustellen.

Diese Technik hilft mir auch, wenn ich eine Handlung kritisieren möchte. Ich bin plötzlich viel bewußter, in dem was ich sage. Ich behandele mein Kind so, wie auch ich behandelt werden würde.

Man kann viele Beispiele nennen, aber es läuft immer aufs Gleiche hinaus. Wenn wir die Einstellung ändern, werden wir auch die Worte finden. Mir hat dabei das Buch "Zeit für Kinder" von Eckhardt von Braunmühl geholfen, ebenso die Tipps auf www.unerzogen.de. Man muß die Perspektive wechseln, um anders handeln zu können. Leider sind wir alle anders erzogen und die Umsetzung fällt nicht leicht. Aber es macht Spaß, sich beim Selbstentwickeln zuzusehen.

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die Alternative zum loben wäre also sich eine ähnliche Situation mit einer erwachsenen befreundeten Person vorzustellen ...
bzw.
"mein Kind so behandeln, wie auch ich behandelt werden will"

... besonders wichtig ist hier der Zusatz befreundet, besser wäre wohl noch sehr gut befreundet oder bedingungslose Freundschaft ...

Letztendlich begegne ich so meinem Kind auf diesem Wege als gleichwertiger Partner.

... oder wie ich es im anderen Beitrag auf deine Antwort schrieb: ... ist es einfach diese gute Beziehung, die das Kind intuitiv erkennen lässt, was gut und was weniger gut ist ?

... diese gute Beziehung ist nicht an Erwartungen geknüpft, sondern will bedingungslos das Beste für den jeweils anderen - es ist die bedingungslose Liebe, die sich zwischen gesunden Eltern und Kindern auf natürliche Weise entwickelt ...

... wo wir bei einem großen Problem unserer Zeit angelangt wären - nur soviel, wie sollen Menschen die an allen Ecken und Enden manipuliert werden, die durch ihr Beziehungsumfeld tagtäglich mit den unterschiedlichsten Erwartungen anderer konfrontiert werden, zu sich selbst finden um bedingungslos lieben zu können ?

Eines steht fest, diese für die gute Erziehung unendlich wichtige "bedingungslose Liebe" die wir Eltern unseren Kindern geben können, werden wir in keinem Erziehungswälzer der Welt lernen - sie ist das Ergebnis von Eltern mit einer gesunden Lebenseinstellung.

 

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Hallo zusammen,

wie ist das mit dem "Problem unsere Zeit" gemeint, das mit dem Manipullieren und den Erwartungen anderer ?
Also ich verstehe es ungefähr so: wenn man zum Beispiel von Eltern, Geschwistern usw. dauernd gute Ratschläge bekommt, was das Kind können muß und was es nicht tun darf, weil "man" das halt tut oder nicht tut, hat man im Endeffekt keine vollkommene Entscheidungsfreiheit mehr, man wird verunsichert, ob das nicht doch stimmt, was die anderen sagen. Außerdem sind bestimmt viele Eltern, als sie noch Kinder waren, auch so erzogen worden, mussten manches tun, was sie eigentlich nicht wollten und durften viel nicht, weil die Eltern es nicht für gut fanden - und meinen jetzt natürlich, dass das ganz normal ist, von ihren Kindern jetzt dasselbe zu verlangen.
Haben Sie das in etwa so gemeint ?

Grüsse Franziska

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Ja, kurzum meinte ich das Menschen die bei den Menschen in ihrem Beziehungsumfeld beliebt sein möchten, auch versuchen den vielfältigen Erwartungen beispielsweise der Eltern, der Freunde, der Verwandten usw. gerecht werden wollen.

Dabei müssen sie natürlich auch viele Dinge tun, die sie eigentlich nicht tun würden - die sie nur tun um in ihrem Beziehungsumfeld beliebt zu sein.

... und jetzt kommt das Problem, das sich dann bei der Erziehung im Rahmen einer bedingungslosen Liebe ergibt:

Das Problem ist, das Menschen die allen möglichen Erwartungen gerecht werden wollen und sich dabei verbiegen, auch von anderen erwarten, daß sie das tun.

Zu diesen anderen gehört natürlich auch ihr Kind. Diese Erwartungen verhindern aber die bedingungslose Liebe, denn bedingungslos heisst ja auch erwartungslos.

... oder wie Nena es in ihrem Lied formulierte: "Liebe ist einfach ..."

 

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Ich hatte in einem vorigen Kommentar auf das zerstörerische von Lob und Tadel hingewiesen. Lob und Tadel (er)ziehen das Kind in bestimmte Richtungen: entweder, was von den Erziehenden gern gesehen wird, was also dem Erwachsenen gefällt, oder was eben nicht gern gesehen wird. Damit werden Kinder "auf Linie" gebracht.

Das Kind folgt einer von außen bestimmten ("fremdbestimmten") Führung, anstatt seinem eigenen Weg. Die Erzieher gehen dabei davon aus, dass sie wissen, was gut für das Kind ist. Ich bin dagegen der Meinung, dass ein Kind selbst weiß, was gut für es ist. Jeder Mensch hat einen inneren Kompass. Das hat nichts mit Denken, sondern mit dem Gefühl und der inneren Stimme zu tun.

Wenn der Kompass eines Kindes von fremden Magneten abgelenkt wird, verliert es sein Nord und damit die Orientierung.

Hierzu ein Artikel "Erziehen ist gemein" http://kraetzae.de/erziehung/erziehen_ist_gemein/

Wie kompetent und kooperativ bereits ein Säugling ist (zunehmend bei älteren Kindern), wird hier mit Beispielen beschrieben: http://www.unerzogen.de/babys/2006/12/10/die-kompetenz-des-sauglings/

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Hallo Hannelore,

vielen Dank für deine interessanten Links :-)

In dem Artikel "Erziehen ist gemein" wird viel kritisiert und wie ich finde auch an vielen Stellen sehr berechtigt. Was mir aber fehlt ist eine konkrete Handlungsanleitung.

Was soll ich deiner Meinung nach konkret als Alternative zum loben tun und was ganz konkret anstelle von verbieten?

Wie würdest du deinem Kind kurz und prägnant erklären, daß es das Fenster im 2. Stock nicht öffnen darf, da es sonst herunterfallen könnte?

Wie genau erklärst du dem Kleinen, daß er Elektrogeräte weder herumwerfen noch ins Wasser legen darf?

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Hallo Visionär,

ich bin zwar nicht Hannelore, will aber trotzdem auf Deine Beispiele antworten.

"Wie würdest du deinem Kind kurz und prägnant erklären, daß es das Fenster im 2. Stock nicht öffnen darf, da es sonst herunterfallen könnte?"

Da kannst Du viel erklären. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind runterfällt ist evtl. so hoch, wie die, dass es nicht fällt. Ein Kind, z. Bsp. 2 Jahre alt, kann das nicht wirklich verstehen, die Höhe und die Folgen abschätzen. Ich erwarte nicht, dass es diese Fakten versteht. Ich verstehe, dass es gern aus dem Fenster sieht, und helfe ihm, wann immer es will (und ich Zeit habe) auf das Fensterbrett und halte es fest. Dazu muß das Fenster nicht offen sein. Ist das Fenster geöffnet und das Kind sagt, : "Ich halte mich schon fest.", sage ich "Ich weiß, dass Du Kraft hast, aber ich habe zu viel Angst". Ich kann und will mit dem Kind nicht über die Wahrscheinlichkeit herunterzufallen diskutieren. Aber wenn mein Kind weiß, dass ich ihm alle Wünsche erfülle, die ich kann, dann kann es auch leichter akzeptieren, wenn ich es bitte, niemals alleine rumzuklettern oder das Fenster zu öffnen.

Im übrigen habe ich die Fenster nie in Anwesenheit der Kinder geöffnet, außer, wenn ich jemanden draußen rufen mußte. Du kannst das Fenster mit einem großen Pflanztopf vollstellen oder einen Fensterknopf mit Schloß einbauen. Bei der Entscheidung, Kinder zu haben, weiß man, in Ansätzen, wie sich das Leben verändern wird. Mir fällt es leichter, Gefahren abzuwenden, indem ich die Wohnung an die Kinder anpasse. Ich empfinde das als Kinderfreundlichkeit und nicht als Einschränkung. Dazu gehört, dass keine Elektrogeräte in der Wohnung herumliegen. Die Kinder wollen sie gebrauchen, wie wir auch. Wenn wir glauben, dass sie das können und sie gleichberechtigt als Familienmitglieder auch dürfen, dann können wir sie auch hergeben. Wir sind dabei und können den Gebrauch erklären. Ansonsten achten wir darauf, die Dinge nicht herumliegen zu lassen oder zeigen den Kindern den Stammplatz der Dinge. Unsere Tochter hat mit 1 1/2 J. die Fernbedienung immer auf den Platz zurückgelegt, wir oft nicht. Über die Gefährlichkeit kann man auch sprechen, wenn die Dinge nicht gerade unbedingter Wunsch sind. Wir kommentieren einfach unsere Handlung. (Nicht pausenlos, aber wenn man glaubt, das Kind ist interessiert.) "So, jetzt mache ich eine Kindersicherung in die Steckdose. Da darf man nicht rankommen. Das ist ganz gefährlich. Wollen wir gucken, ob alle Steckdosen zu sind? Zeigst Du mir, wenn wir eine vergessen haben?" Oder "Mmmmh, der Weichspüler riecht aber lecker, nach Erdbeere! Wollen wir mal probieren? Oder lieber nicht? Was steht denn hier drauf? Ah, für die Waschmaschine! Aber der riecht so gut. Soll ich mal probieren? Nee, ich trau mich nicht. Da steht ja nicht "Zum Essen " drauf. Das ist dann eklig. Traust Du Dich? Nee, lieber nicht. Wollen wir lieber ein Brot mit Erdbeermarmelade essen?" Oder manchmal "Weißt Du noch, dass man den Weichspüler nicht probieren darf, dass der gefährlich ist oder soll ich den lieber hochstellen?"
Du mußt nicht immer soviel reden. Das läßt sich auch nicht so einfach hier erklären. Es ist nur wichtig, dass Du mit Deinem Kind im Gespräch, im Kontakt bist. Aus seinen Antworten wirst Du mehr erfahren, was Dein Kind weiß, als wenn Du erklärst und belehrst.
Mein Leitsatz ist "Beziehung statt Erziehung"
Viel Spaß

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Hallo, habe mich sehr über die wertvolle und ausführliche Antwort gefreut :-)

also kurz zusammengefasst:
durch wahre Liebe eine Beziehung zum Kind aufbauen, die es ermöglicht intuitiv das Richtige zu tun (brauchen wahre Mütter und Väter wohl nicht zu lernen :-)

und

gefährliche Situationen nicht langwierig erklären und Verbote erteilen, sondern einfach verhindern, indem die Möglichkeiten ausgeschlossen werden, Gefährliches zu tun,
etwa Fenster kindersicher verriegeln, Kinderschutz für Steckdosen usw.

Eine Frage bleibt noch: Was wäre die Alternative zum loben?

... oder ist es einfach diese gute Beziehung, die das Kind intuitiv erkennen lässt, was gut und was weniger gut ist ?
 

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Hallo,

wenn man denn nun verstanden hat, dass Loben und Tadeln, manipulierend ist, heißt das nicht, dass man sich zu Handlungen des Kindes nicht mehr positiv oder negativ äußert.
Wieder ein Beispiel: wenn wir sagen: "Du hast aber schön gespielt, Du warst ganz leise!", dann loben wir das Kind dafür, dass es seiner Lieblingsbeschäftigung nachgegangen ist. Man stelle sich das mal bei einem Erwachsenen vor, der gerade stundenlang an seiner Modelleisenbahn gebastelt oder mit Leidenschaft Fotos ins Album geklebt hat. Wie sind wir denn auf den Gedanken gekommen? Die Ruhe war so schön, dass wir selber vielleicht ein längeres Telefonat führen konnten. Das hätten wir gerne öfter mal. Aber wenn es das war, was wir dem Kind mitteilen wollten, weil wir gerade eine schöne Zeit hatten, dann sagen wir es doch! "Das war aber ein langes Telefonat, ich habe mich gut unterhalten. Wo warst Du denn so lange. Hast Du die ganze Zeit gespielt? Was denn? Wird Dir nicht langweilig, wenn Du das so lange allein spielen mußt? Zeig mir mal, was Du gemacht hast!"
Kinder kooperieren. Wenn wir ihnen sagen, wie es uns geht, können sie in anderen Situationen leichter Rücksicht nehmen. Sie wissen, wir werden später Zeit für sie haben. Es ist auch nicht erzieherisch, an die oben beschriebene Situation zu erinnern, solange wir das ehrlich meinen und nicht dem Kind vermitteln, damit wir es lieb haben, müsse es nur pausenlos spielen. "Ich muß jetzt mal telefonieren. Kannst Du mich allein lassen? Weißt Du, was Du in der Zwischenzeit machen kannst? Vielleicht spielst Du das Spiel von gestern? Da konnte ich gut telefonieren. Brauchst Du noch was? Soll ich Dir vielleicht einen Apfel schneiden?"

Ich lobe nicht, um mich nicht über das Kind zu stellen. Wer lobt, vermittelt den Eindruck das Recht dazu zu haben und zu wissen, was richtig und was falsch ist. Im Ernstfall ist der auch bereit zu tadeln. Das Kind würde also sein Handeln nur auf Lob und Tadel orientieren und nicht auf die situative Richtigkeit des Handelns.

Wenn wir wollen, dass unser Kind uns folgt, dann müssen unsere Handlungen transparent sein. Wir müssen im Gespräch sein und auch von uns erzählen, wie wir uns fühlen.

Loben oder nicht, mache ich etwas falsch, wenn es mir doch passiert? Wir dürfen uns positiv äußern, sollten nur hinterfragen, was wir damit bezwecken wollen. Wenn wir ohne Hintergedanken sind, dürfen wir uns auch mit ihm über seine Fortschritte freuen.

Es ist wieder eine Frage des Respektes. Wenn eine Frau zu einer anderen sagt:" Du mußt Deinen Mann hin und wieder loben. Das braucht der und dann wird der wieder mal den Müll runtertragen! Und ab und zu eine kleine Belohnung, das wäre auch wichtig!", dann hört sich das für mich (und wahrscheinlich auch für ihren Mann) unangenehm an. Ich selber möchte so nicht behandelt werden.

Wenn man auf Erziehung verzichtet, bleibt nur Beziehung übrig, eine gute oder eine schlechte.

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in Sachen Erziehung (besser Beziehung :-) können wir Männer eine Menge von euch Frauen lernen :-)

Wer lobt, vermittelt den Eindruck das Recht dazu zu haben und zu wissen, was richtig und was falsch ist. Im Ernstfall ist der auch bereit zu tadeln. Das Kind würde also sein Handeln nur auf Lob und Tadel orientieren und nicht auf die situative Richtigkeit des Handelns.

das leuchtet absolut ein, Maxi

Wir müssen im Gespräch sein und auch von uns erzählen, wie wir uns fühlen.

das fällt uns Männern besonders schwer ... - ich werde an mir arbeiten ;-)

Mir hat diese kleine Unterhaltung mit euch allen und insbesondere mit dir Maxi, sehr viel gebracht - wollte ich nur mal zum Ausdruck bringen

 

 

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Ich habe noch einmal über das Ganze nachgedacht und bin dabei auf folgendes gekommen:

Das konsequent angewandte Loben und Kritisieren, könnte die Ursache dafür sein, daß so viele Menschen nicht mehr ihrer eigenen Wahrnehmung (Stichwort: gesundes Urteilsvermögen) vertrauen (können). Kinder reagieren doch besonders sensibel darauf, wenn sie von ihren Eltern kritisiert werden, weil sie Fehler machen oder weil sie unangenehme Wahrheiten aussprechen und dabei das Lügengebäude vom edlen Selbstbild ihrer Eltern zum Wackeln bringen. 

Da Kinder die Eltern als Maß aller Dinge sehen - also Eltern "keine Fehler" machen - werden sie mehr und mehr auf das Lob und die Kritik ihrer Eltern reagieren, anstatt auf das was sie tatsächlich in ihrem Inneren wahrnehmen. Sie werden alle Gedanken bzw. Handlungen so ausrichten, daß sie ein Lob von ihren Eltern bekommen. Sie tun dann das was den Eltern gefällt und nicht mehr daß was sie eigentlich ihren eigenen Überlegungen gemäß tun würden. Das ist für uns Eltern natürlich wesentlich leichter, aber für die Kinder und die Gesellschaft, in die sie hineinwachsen, hat das sehr negative Konsequenzen.

Wer nicht seiner eigenen Wahrnehmung vertraut ist leicht manipulierbar, durch den Ehepartner, durch (falsche) Freunde, durch Arbeitskollegen und natürlich auch durch die allgegenwärtige Werbung und Propaganda. Ein Beispiel, daß mir gerade für die fatale Folge dieser Lob-Kritik-Erziehung einfällt, ist die extreme Verschuldung der Privathaushalte in den letzten 10 Jahren. Diese von oben herab noch angeheizte Schuldenmacherei hätte nie in dem Ausmaß funktioniert, wenn ein Großteil der Leute ihrer eigenen Wahrnehmung vertraut und deshalb gesagt hätte, ich muss das u. das nicht haben, nur weil es der andere auch hat bzw. ich andere damit beeindrucken möchte. 

Fazit:
Wir können also durch ein Umdenken in der Er- oder besser Beziehung eine neue Generation von Menschen hervorbringen, die sich nicht mehr manipulieren lässt.

Diese wahrheitsliebenden, in ihre eigene Wahrnehmung vertrauenden Menschen können dann auch, wie schon mehrmals gesagt, der Demokratie und der Marktwirtschaft ihren wahren Sinn verleihen. Warum? Weil die wahren Bedürfnisse und Überlegungen und die eigenen Urteile des Einzelnen, die Grundlage für eine gesunde Gesellschaft sind, die ja letztlich aus den vielen Einzelnen besteht. Was das Gegenteil von einer gesunden Gesellschaft ist, sehen wir an unserer heutigen, dekadenten Gesellschaft.

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