Warum ist es so schwer an komplexe Träume, Visionen u. Ziele zu glauben ?


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Die meisten haben zu dem Thema "Glauben" eine sehr negatives Vorurteil, beispielsweise musste ich schon oft den Spruch "Glauben heißt nichts wissen" hören.

einige den Glauben sehr aburteilende Zitate aus diesbezüglichen Diskussionen waren:

meine Lebenserfahrung: 40 Jahre Glauben, 20 Jahre FreiheitsGlauben - 6 Jahre "Führsorge" in Freiheit ich glaube an nichts ...

oder

Ich bin Pragmatiker und Realist. Was für mich zählt, sind die Tatsachen - egal wer es sagt.

Der Glaube, ist deshalb so wichtig, weil wir nicht beweisen können, daß eine in die Zukunft gerichtete Vision, ein Traum realisierbar ist, wenn wir aber daran glauben, daß es funktioniert, können wir unsere Energie, die wir brauchen um das jeweilige Ziel tatsächlich zu erreichen, maximieren. Auch noch so eingefleischte Pragmatiker und Realisten müssen Dinge, die noch nicht sind, glauben, weil sie eben erst noch realisiert werden müssen. In diesem Artikel möchte ich einmal darüber nachdenken warum es so schwer ist an komplexe Träume, Visionen u. Ziele zu glauben. 

 

... man könnte übrigens die Frage dieser FAQ mit folgender Erkenntnis kurz und bündig beantworten:

"Komplexität erzeugt Unsicherheit. Unsicherheit erzeugt Angst. Vor dieser Angst wollen wir uns schützen. Darum blendet unser Gehirn all das Komplizierte, Undurchschaubare, Unberechenbare aus. Übrig bleibt ein Ausschnitt - das, was wir schon kennen. Weil dieser Ausschnitt aber mit dem Ganzen, das wir nicht sehen wollen, verknüpft ist, unterlaufen uns viele Fehler - der Mißerfolg wird logisch programmiert."

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Hinweis
Diese Erkenntnis stammt übrigens aus dem Buch "Die Logik des Mißlingens - Strategisches Denken in komplexen Situationen" (Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, 1989, 310 Seiten, ISBN: 3-499-19314-0) von Dietrich Dörner

Der Fehler bzw. Mißerfolg in Bezug auf das was wir glauben und nicht glauben ist der, daß wir die für uns sehr wichtigen, vielleicht sogar lebensnotwendigen Träume, Visionen und Ziele wegen ihrer Komplexität als Utopien abtun, anstatt sie zu realisieren und uns damit selbst und auch unseren Mitmenschen höchst wertvolle Dienste zu leisten.

Glauben ist sehr, sehr schwer weil wir die vielen Ängste und Zweifel beseitigen müssen, die unseren Glauben erschüttern.

In Bezug auf komplexe Träume, Visionen und Ziele bedeutet das erst einmal, daß wir uns auf die Gedanken des Visionärs einlassen müssen. Daran scheitern schon viele, da es für viele Menschen nur ihre eigene Welt gibt bzw. sie Angst vor ungewohnten Gedanken haben.

Wie ich an anderer Stelle schon schrieb: Eine Mauer hat immer zwei Seiten, auf der einen Seite ist der einzelne Mensch mit seinen Erfahrungen und Erkenntnissen und auf der anderen Seite sind seine Mitmenschen, mit ihren vielfältigen Erfahrungen und Erkenntnissen. Wenn wir uns nun weiterentwickeln, also aus unserer kleinen Welt befreien möchten, so können wir das nur schaffen, wenn wir uns den Zugang zu den vielfältigen Erfahrungen und Erkenntnissen unserer Mitmenschen ermöglichen. Das bedeutet wir müssen uns von den Vorstellungen und Gewohnheiten (im übertragenen Sinne unserer Mauer) trennen, die uns diesen Zugang verwehren. Wenn die Zweifler es nur einmal ernsthaft versuchen würden, könnten sie erfahren wie wertvoll es für sie ist, sich den Gedanken anderer zu öffnen, aber dieser erste Schritt ist sehr schwer.

Aber nehmen wir an, wir sind offen für die Gedanken des anderen und setzen uns tatsächlich konstruktiv damit auseinander. Beim Lesen der Gedanken anderer Menschen stoßen wir auf Informationen die wir kennen und bestätigen, aber auch auf viele Informationen, die wir nicht verstehen. Genau daß ist die nächste große Hürde, diese vielen Informationen, die wir nicht genau verstehen und der Aufwand, diese Informationen doch zu verstehen. Es gilt dabei viele, viele Fragen zu stellen und konstruktive Antworten zu finden und so die Kernaussagen der Vision, des Traums bzw. Ziels zu verstehen.

Jetzt sind wir aber erst dabei zu verstehen, was der andere konkret will. Jetzt kommt der schwierigste Teil. So eine Vision bzw. ein Traum ist ja nur in seltenen Fällen nur für einen Menschen gedacht, daß bedeutet diejenigen, die Teil der Vision bzw. des Traums werden wollen, müssen sich damit identifizieren - also das Ganze wirklich an ihr Herz heranlassen. Sie müssen ihr Herz öffnen. Leider gibt es in unserer (relativ kühlen, vom Verstandesdenken bestimmten) Gesellschaft nur sehr wenig Menschen, die ihr Herz öffnen (wollen bzw. können). Sie sind aus verständlichen Gründen vorsichtig, denn wer sein Herz öffnet ist viel leichter angreifbar, vor allem durch seine nüchternen, nur den Verstand nutzenden Mitmenschen.  So, da wären wir also bei der nächsten schwer zu überwindenden Hürde angelangt. 

 

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Erst wer sein Herz öffnet, kann Sinn, Freude, das Gute und Wahre erkennen, während Menschen mit verschlossenen Herzen nur den eigenen Nutzen bzw. den finanziellen Profit sehen. Angenommen jemand öffnet also sein Herz und möchte sich mit der Vision bzw. dem Traum identifizieren und  sich auf diesem Wege selbst für dessen Realisierung einbringen. 

Da wartet schon die nächste Aktivität und schließt die Tür zur Komfortzone, denn auch ein Mensch mit offenem Herzen muß fortlaufend daran arbeiten, daß er an die Realisierung seiner Vision bzw. seines Traums glaubt. Es ist ein fortlaufender Aufwand, um sich mit den Ängsten und Zweifeln, die den Glauben erschüttern, konstruktiv auseinander zu setzen. Es gilt dabei die Ängste und Zweifel als solche zu erkennen und dann Argumente zu finden, die diese Ängste u. Zweifel für unbegründet erklären. Wahrlich keine leichte Aufgabe, was wir daran erkennen, das so wenig glauben können bzw. wollen.

Zu dieser schweren Aufgabe an einen Traum oder eine Vision zu glauben, addiert sich noch der Glaube an sich selbst. Der Glaube daran, daß man all die Probleme, die bei der Realisierung des Traums, der Vision anfallen auch lösen kann. Der Glaube daran, daß man seiner Aufgabe gewachsen ist. 

Es gilt die Erkenntnis: "Wo sich Wille und Glaube gegenüberstehen, unterliegt ohne Ausnahme der Wille. Folgendes Beispiel stützt diese Behauptung: Angenommen, ein dickes Brett liegt auf dem Boden, wenn Sie jemand fragen würde, ob Sie für 50 Euro über dieses Brett gehen, würden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit zustimmen. Was wäre, wenn das gleich Brett 10 m über dem Boden auf zwei sich gegenüberliegenden Mauern liegen würde ? Natürlich würden Sie dann immer noch gerne über das Brett gehen, aber der fehlende Glaube, daß Sie das andere Ende des Brettes sicher erreichen können, wird Sie möglicherweise daran hindern. 

Wer also all die beschriebenen Hürden meistert, der weiß was es bedeutet wirklich zu leben. 

Es ist also leicht nachvollziehbar, warum die große Masse der Menschen mit ihrem anerzogenen Denken und (Nicht)Handeln das fremdbestimmte Leben bevorzugt und lieber als Angestellte bzw. Beamte arbeiten und wir als Gesellschaft hohe Arbeitslosigkeit, gigantische Staatsschulden und sehr hohe Steuern u. Sozialabgaben in Kauf nehmen, anstatt umzudenken.

Aber all die Menschen, die ihre Träume und Visionen realisieren möchten, sollten sich folgende Tatsache immer wieder ins Bewußtsein rufen: Der Unterschied zwischen dem Leben eines Massenmenschen und dem der wirklich lebt, weil er seine Visionen und Träume realisiert, ist so, wie wenn wir eine Reise im Video ansehen (Massenmensch) und eine Individualreise vor Ort selber unternehmen. Jenes bedeutet gelebt werden, dieses bedeutet wirklich leben.

Wer diesen Unterschied wirklich versteht, der weiss daß es sich mehr als lohnt, seine Träume und Visionen zu leben, auch wenn der Glaube sie zu realisieren noch so schwer ist.

 

 

 

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Re: Warum ist es so schwer an komplexe Träume, Visionen u. ...

Hallo,

ja, da ist glaube ich viel wahres dran, und da braucht man eine feste Überzeugung von was, damit man dran glauben kann. Aber es gibt doch zig Beispiele in der Geschichte von Leuten, bei denen es so war. Die von ihrer Umwelt als nicht normal abgeurteilt worden sind oder verlacht, weil sie eine feste Überzeugung hatten und dafür eingestanden sind. Die etwas als richtig erkannt und gegen jeglichen Widerstand verteidigt haben. Die an etwas geglaubt haben, obwohl es jeglicher Lebenswirklichkeit scheinbar widersprochen hat.
An solchen Leuten müsste man sich orientieren, aber es ist halt nun mal so: Im nachhinein bewundern ist allemal leichter als selber an deren Stelle sein...

Paulus

Re: Warum ist es so schwer an komplexe Träume, Visionen u. ...

... in dem Moment wo man die Sichtweisen bzw. Überzeugungen des anderen ernst nimmt, muss man darüber nachdenken und  das ist zum einen mit entsprechenden Anstrengungen verbunden und zum anderen könnte man beim Nachdenken ja auf unangenehme Erkenntnisse stoßen ...

so wundert es nicht, daß viele den einfacheren Weg wählen, nämlich ignorieren, lächerlich machen oder gar bekämpfen ...

Re: Warum ist es so schwer an komplexe Träume, Visionen u. ...

das mit der Reise ist ein ganz gutes Beispiel, um zu verdeutlichen, warum manche Menschen sich lieber in ihrer kleinen Welt aufhalten als sich in die große komplexere zu wagen:
Es ist ungefährlicher!!

Du hast zwar die Erlebnisse nicht direkt, aber wenn zum Beispiel ein Unwetter kommt, stehst Du bei einer wirklichen Reise im Regen oder noch schlimmer (Tsunami, Erdbeben, was weiß ich), beim Video wenn eine Szene kommt, die Dir nicht gefällt, überspringst Du sie oder schaltest den Kasten aus - viiiiiiiiiiiiiel sicherer - und das ist ja das Hauptanliegen unserer Zeit. Hauptsache sicher, andere Einschränkungen werden überwiegend klaglos hingenommen.

Pollemühl Susi

Re: Warum ist es so schwer an komplexe Träume, Visionen u. ...

... aber woher kommt dieses übertriebene Sicherheitsdenken?

... ist es uns nicht von Kind an vermittelt worden, daß wir kein Risiko eingehen, sondern nach Sicherheits streben sollen - der sichere Arbeitsplatz, die Versicherungen, auch bei kleinsten Wehwechen gleich zum Arzt gehen usw.

Mittlerweile wird immer klarer wieviel uns dieses übertriebene Sicherheitsdenken kostet.

Wir sehen es beispielsweise an:

  • den gigantischen Staatsschulden
  • den riesigen Steuer- u. Sozialabgaben
  • an den wenigen wirklichen Innovationen (weil viele Führungskräfte angestellte Lineardenker sind)
  • ...

Re: Warum ist es so schwer an komplexe Träume, Visionen u. ...

Hallo,

um daran zu glauben, seine Träume realisieren zu können, muß man erst mal welche haben. Das tun aber viele nicht. Wenn ich mein Auskommen habe, was sinnvolles tun kann, meine Familie, ein paar Freunde habe, was will ich dann mehr ?? Das alles sind doch Dinge, von denen viele Menschen auf der Welt nur träumen können. Damit ist doch genug, muß doch nicht jeder was weiß ich für Dinge machen wollen.
Ich denke, viele, die ums überlegen kämpffen müssen, wären froh, wenn sie ihr Auskommen usw. hätten, denen sind Träume erstmal unwichtig.
Freilich, die, die wollen, die sollen natürlich, aber ich kann doch das nicht grundsätzlich für alle voraussetzen.

Grüsse Hans L.

Re: Warum ist es so schwer an komplexe Träume, Visionen u. ...

... auf den Punkt gebracht, bedeutet das,  weil es uns gut geht, brauchen wir keine Träume u. Visionen und sollten einfach nur froh u. glücklich sein, daß es uns besser geht als den anderen, von denen viele nicht einmal ein sauberes Trinkwasser haben ...

Genau diese einfach gestrickte Welt, wird uns in die grösste Schuldenkatastrophe führen, die die Menschheit jemals erlebt hat.

Nur soviel: Viele Industriearbeitsplätze werden künstlich geschaffen, indem wir das Geld zum Bezahlen der Produkte/Dienste mitliefern - die Schuldner werden diese Schulden über Jahrzehnte nicht zurückzahlen können, wenn überhaupt ...

Da die Vermögen u. die Möglichkeit der Steuerbelastung endlich sind, ist auch die Möglichkeit Arbeit mit Schulden und Steuern zu finanzieren, endlich ... - dann platzt die auf Schulden basierende Wohlstandsblase und was dann ...

... jedenfalls wird der nächste, echte Aufschwung, nicht auf dem Denken und (Nicht)-Handeln beruhen, mit dem die uns unmittelbar bevorstehende Schuldenkatastrophe (Währungsreform) entstanden ist ...

 

Coaching: Lebensunternehmer werden

 

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grafische Darstellung der FAQ-Kategorien
 

Der nachfolgende Baum zeigt grafisch meinen Vorschlag für eine artgerechte Umgebung für uns Menschen.

Bitte den Baum, von unten nach oben betrachten, also von der Wurzel zur Krone. Bei einem Baum entsteht ja auch erst die Wurzel, aus der, der Stamm wächst, der schließlich die Baumkrone trägt.

Genauso entsteht auch eine neue Gesellschaft, erst einmal durch das Umdenken von Einzelnen, und wenn 5 bis 10 % von der Gesellschaft umgedacht haben, dann folgen auch die anderen - zumindest laut Schwarmwissenschaftlern.

Alles fängt also nicht oben in der Krone des Baumes an, sondern unten in der Wurzel ...

Das Umdenken beginnt mit dem Hinterfragen unserer Werte, also dem was uns besonders wertvoll ist. Darum kreisen unsere Gedanken und diese werden zu unseren Worten und Handlungen. Was wir oft tun, wird uns zur Gewohnheit. Die Gesamtheit all unserer Gewohnheiten bilden unseren Charakter und der bestimmt letztendlich unser Schicksal. Deshalb ist es ganz besonders wichtig, daß wir auch unsere Gewohnheiten kritisch hinterfragen.

es geht also erst einmal um gemeinsame Werte und Regeln >> dann um gemeinsame Ziele  >> es geht um das Umdenken, von uns Erwachsenen >> es geht um ein neues Bildungssystem, mit dem wir unsere Kinder auf die Zukunft vorbereiten  >> ... und mit dieser neuen Einstellung kann dann eine neue Gesellschaft entstehen


die artgerechte Umgebung wo sich Menschen bestmöglich entfalten können

 

Abb. die artgerechte Umgebung wo sich Menschen bestmöglich entfalten können - demonstriert durch einen Baum, der nach unten mit seinen Wurzeln fest im Boden verankert ist und nach oben seine Äste in den Himmel streckt

 

 

 

 

 

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